GESCHICHTE DES MUSEUMS UND SEINER GEBÄUDE

Der Landsberger Hof

Das Sauerland-Museum wurde 1925 durch den Sauerländer Heimatbund als "Sauerländer Heimatmuseum" für das kurkölnische Sauerland gegründet. Zunächst war es in nur zwei Räumen des Alten Rathauses in Arnsberg untergebracht. Ende 1937 siedelte das Museum in ein denkmalgeschütztes Gebäude, dem Landsberger Hof um.

Dieses Gebäude wurde bereits im Jahr 1605 von Kurfürst Ernst von Bayern als Palais auf der Stadtmauer erbaut. Er schenkte das kleine "Schloss" seiner Verwalterin und Mätresse Gertrud von Plettenberg. Nach ihrem Tod erbte die gemeinsame Tochter Katharina das Palais. Später erwarb es der kurfürstliche Staat. Er übertrug das Gebäude als Auszeichnung für seine besonderen Verdienste für das Herzogtum dem Landdrosten Dietrich von Landsberg. Seitdem trägt das ehemalige Liebesschloss den Namen "Landsberger Hof".

 

Nach der Zerstörung des Arnsberger Schlosses diente der Landsberger Hof dem Kurfürsten als Residenz. Auch das Oberappelationsgericht war zeitweise hier untergebracht. Nach der Besitzergreifung des Herzogtums Westfalen durch Hessen-Darmstadt war es Regierungsgebäude. Seit 1937 beherbergt der Landsberger Hof das Sauerland-Museum. Das Museums-Ensemble besteht aus dem historischen Hauptgebäude mit Wehrturm und einem später errichteten Seitenflügel sowie dem Verwaltungsgebäude "Blaues Haus".

Zurzeit ist das historische Gebäude wegen umfangreicher Modernisierungsarbeiten geschlossen. Im Sommer 2018 wird es wieder eröffnet. Bis zum Jahr 2019 wird der Landsberger Hof um einen modernen Neubau für Sonderausstellungen erweitert werden.

Das "Blaue Haus"

Das "Blaue Haus" ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus am Alten Markt in Arnsberg und gehört heute zum Ensemble des Sauerland-Museums. Erbaut wurde das Fachwerkhaus nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1709.

Um 1830 erhielt es dann eine Veränderung im klassiszistischen Stil. Der damalige Eigentümer, der Kreiswundarzt Dr. Stanek, ließ das Ackerbürgerhaus an drei Seiten mit Holz verkleiden und zu einem Bürgerhaus umbauen. Nur an der Rückseite ist das Fachwerk mitsamt seinem alten Torbogen noch heute sichtbar. Wegen seiner bläulich-grauen Holzverkleidung erhält das "Blaue Haus" seinen Namen.

Ansicht Blaues Haus

Das Fachwerkhaus wechselte mehrmals seinen Eigentümer und diente verschiedenen Zwecken. Nach dem Kreiswundarzt Dr. Stanek betrieb Fritz Uri gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Hotel in dem Gebäude. Später waren hier eine Drechslerei und ein Tabakwarengeschäft untergebracht. Es folgte das Büro des städtischen Verkehrsvereins und ein Versicherungsbüro.

Im Jahr 2002 erwarb der Hochsauerlandkreis das inzwischen etwas marode Denkmal. 2010 wurde beschlossen, das Haus zu sanieren und dort die Verwaltung des Sauerland-Museums und das Medienzentrum unterzubringen. Zu diesem Zweck wurde der Bau in der Zeit von 2011 bis 2013 mit Unterstützung des Landes NRW durchgeführt.

Die historischen Spuren sind noch heute in dem über 300 Jahre alten Gebäude sichtbar. Die bläulich-graue Fassade blieb erhalten. Angebaut wurde ein moderner Giebelsaal. Der "Blaue Saal" ist ein Veranstaltungsraum, der vom Museum genutzt, aber auch vermietet wird.

Ansicht Blaues Haus
Innenansicht Blauer Saal
Giebelansicht Blauer Saal